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Naturzeit: Eltern-Kind-Beziehung stärken

„Kinder, geht`s raus zum Spielen!“, hieß es früher oft. Und schön wars – ein Stückchen Freiheit, Neues entdecken und Natur genießen! Doch das ist heute gar nicht mehr so leicht. Es sind keine überfürsorglichen „Helikoptereltern“, die Bedenken haben, wenn Sie ihre Kinder allein in den Wald schicken, sondern völlig nachvollziehbare Sorgen eines liebenden Elternteils, das sein Kind vor möglichen Gefahren schützen möchte. Dennoch hat die Natur viele Schätze, die die Kindesentwicklung stärken und fördern können und vor Allem so viele Möglichkeiten, um wertvolle Familienzeit / Zeit für Beziehung zu genießen. Wie lässt sich das nun vereinbaren? Und das in einer doch oft stressigen Zeit? Hier ein Beispiel, wie Sie für sich und Ihre Familie ein Stückchen Natur- und Familienzeit einräumen können:

 

  • Eine erste Überlegung: Was würden Sie gerne mit Ihrem Kind unternehmen? Beispielsweise ein regelmäßiger, gemeinsamer Spaziergang – „quality time“ als Familie. Oft müssen wir uns diese Zeit erst mal nehmen. Denn es gibt ja so viele andere Dinge zu erledigen, Schulaufgaben der Kinder, die Arbeit, Hausarbeit, Essen zubereiten für das gemeinsame Abendessen, ein Elternabend, … Kommen wir als Nächstes dazu, wie Sie diese Zeit finden können.

 

  • Setzen Sie sich ein Ziel: Was wünschen Sie sich? z.B. Jeden Tag eine halbe Stunde gemeinsame Zeit in der Natur zu verbringen. (Das Ziel legen Sie selbst fest und kann je nach Familie variieren, denn es muss ja für Sie stimmig sein.)

 

  • Wie können Sie das Ziel erreichen? Kleine Teilschritte einräumen! 2x die Woche ein bisschen Spazieren gehen. Diese Teilschritte in den Alltag integrieren! „Heute hol ich Benedikt zu Fuß vom Kindergarten ab“. „Fürs Samstagsfrühstück gehen wir gemeinsam zu Bäcker und holen Brötchen“. Suchen Sie sich Alltagsroutinen, die Sie abändern können. Auch in städtischen Gegenden ist ein Spaziergang möglich. Eine erste Veränderung ist es, einmal das Auto wegzulassen wo es für Sie möglich ist.

 

  • Teilschritte erweitern: „Beim Weg zum Bäcker machen wir heute eine Runde durch den Park.“ Zum Glück gibt es auch in Städten Grünflächen und Parks. Nutzen Sie diese! Am Land haben Sie natürlich noch mehr Möglichkeiten und können den Weg zum Bäcker an Wiesen und Feldern vorbei oder durch den Wald ausbauen.

 

  • Die Teilschritte als wertvoll erachten und schätzen! Was entwickelt sich mit der Zeit? Eventuell eine erste veränderte Routine? Freut sich Ihr Kind schon, wenn Sie es zu Fuß abholen oder es mit dem Rad/ Laufrad nach Hause fahren kann? Denken Sie auch daran, dass Sie Ihrem Kind diese Werte vermitteln! Ist es sinnvoll, seinen Kindern beizubringen, dass es immer stressig ist und deshalb jeder Weg mit dem Auto zurückgelegt werden soll? Oder können Sie sich und somit auch Ihrem Kind aufzeigen, dass bei einem Spaziergang nach dem Kindergarten eine gemütliche Zeit mit Gesprächen und gegenseitiger Beziehung stattfinden kann? Schätzen Sie diese Zeit für Beziehung!

 

  • Beziehungszeit ausbauen und intensivieren! Nutzen Sie auch kleine Freizeiten, um Ihrem Ziel des regelmäßigen Spaziergangs näherzukommen. Gehen Sie mal ohne bestimmten Grund in die Natur. Wo könnten Sie heute hingehen? In den Wald? In den Park? Atmen Sie bewusst die gute Waldluft ein! Sie tun Ihrer eigenen Gesundheit etwas Gutes (Nicht umsonst gibt es bereits „Waldbaden“ - die gesundheitsfördernde Wirkung der Natur ist wissenschaftlich nachgewiesen!) und seien Sie somit Vorbild für Ihr Kind. Wenn Sie beginnen zu genießen, werden Sie auch sehen was Ihr Kind bereits lange genießt. Dort liegen viele Eicheln – wo kommen die her? Hören Sie die Vögel zwitschern? Das Laub rascheln? Oh, da vorne läuft gerade ein Eichhörnchen den Baum hinauf! Wenn Sie eilig in den Wald gehen, werden Sie diese Schätze der Natur gar nicht wahrnehmen. Ihr Kind vielleicht schon, außer es hat bereits die Eile und Hektik angenommen. Ziehen Sie die Notbremse, wenn sie erkennen, dass auch Ihr Kind bereits „schnell, schnell wieder nach Hause“ möchte. Kindliche Neugierde ist ein wichtiger Bestandteil positiver Kindesentwicklung! Gehen Sie bewusst langsamer und schauen Sie selbst mal die Bäume hoch, atmen sie die frische Luft ein und schauen Sie Ihrem Kind beim Entdecken und Erkunden zu. Durch Ihre Präsenz sind Sie auch in der Natur wichtiger Beziehungspartner für Ihr Kind.

 

  • Erreichte Ziele fokussieren: Was haben Sie schon erreicht? Auf alle Fälle Beziehungszeit und „quality time“ mit Ihren Lieben! Gehen Sie schon öfter spazieren? Vielleicht nicht jeden Tag eine halbe Stunde aber das ist letztendlich auch egal. Ziele können verändert werden! Wichtig ist es, kleine Ziele zu erkennen und die Veränderung zu schätzen – am Wochenende haben Sie vielleicht ein, zwei Stunden mit Ihrem Kind im Freien verbracht, manche Wege legen Sie lieber zu Fuß als mit dem Auto zurück, im Wald schauen Sie gemeinsam, was es alles zu entdecken gibt! Das Wichtigste: Sie sind für Ihr Kind greifbar als Beziehungspartner! Das sollte das große Ziel sein und können Sie mit Familienzeit und entschleunigender Naturzeit gut erreichen.

 

 

 

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Silvia Volk

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