Spielzeit ist Lernzeit - Tipps für einen gelungenen Schulstart


Passend zum Schulbeginn :)

Wie lernen Kinder zu "lernen"? Müssen sie das schon am ersten Schultag können und wie können wir sie unterstützen? Immerhin gehören sie nun zu den "Großen" und sollen im Schulalltag gut mitkommen. Dazu gehört oft auch Lernen nach dem Schulvormittag und der Hausaufgabenzeit.

Das ist natürlich verständlich und richtig, nur dürfen wir eins nicht vergessen: Mit Beginn der Schulzeit stellt sich für die Kinder so Einiges um. Im Kindergarten sind sie zwar auch schon die "Schulanfänger", sie haben aber (zum Glück!) noch sehr viel Zeit zum Spielen, sich Austauschen, Entspannen und sich im sozialen Miteinander "auszuprobieren".

Die Freude auf die Schule hört leider bei vielen Kindern bereits in den ersten Wochen auf. Das tut mir immer im Herzen weh, denn sie sind ja erst am Beginn ihrer "Schullaufbahn" und sollten diese weitgehend positiv starten können.


Wir können die Kinder unterstützen, wenn wir ihre Art zu lernen verstehen und sie dort abholen, wo sie gerade stehen. Am Anfang wissen Kinder noch nicht, was schulisches "Lernen" bedeutet. Für sie ist Entwicklung ganz nebenbei im täglichen spielerischen Prozess geschehen.

Überlegen wir nur mal, was ein Kind beim Bauen mit Bausteinen alles lernen kann: Auge-Hand-Koordination, Räumliche Wahrnehmung und Mathematisches Verständnis z.B. Zahlenbegriff, Visuelle Wahrnehmung - Unterscheidung der Farben, Formen und Größen, Kognitive Denkprozesse werden angeregt und "gefüttert", die Vorstellungskraft und Phantasie der Kinder wirkt schier grenzenlos, die Sprache und das soziale Miteinander erfahren im gemeinsamen Spiel eine enorme Weiterentwicklung, Frustrationstoleranz kann erweitert und neue Strategien und Lösungsansätze entwickelt werden und die Motorik der Kinder wird geschult. Ihnen wird sicher noch so Manches einfallen, wenn sie an ihre spielenden Kinder denken.

Mit welcher schulischen Aufgabe können wir ein derart großes Entwicklungspotenzial abdecken und fördern? Die Natur hat sich das schon sehr gut überlegt und den Kindern das Entdecken, die Neugier, das Erforschen, Nachahmen, Beobachten und Spielen in die Wiege gelegt und mit jedem Lebensjahr passend erweitert.


Nun sollten wir versuchen, den schulischen Alltag in die kreative und spielerische Welt der Kinder einzubauen.

Schulische Aufgaben, die schwierig erscheinen, können spielerisch häufig besser verstanden werden, da wir hier den Spaßfaktor miteinbeziehen und die Kinder be-greifen können. Begreifen bedeutet für die Kinder ein Lernen mit allen Sinnen. Lassen Sie sich kreative Lern- und Spielmethoden einfallen, nutzen Sie Spielmaterialien der Kinder und nutzen sie die gemeinsame Lernzeit als Beziehungszeit.

Eine Struktur im eigenen Alltag hilft den Kindern, sich an die schulische Struktur anzupassen. Wenn Hausaufgaben gemacht werden müssen, ist es sinnvoll diese z.B. gleich nach dem Mittagessen zu machen und nicht "irgendwann, wenn die Kinder Lust haben".

Alleine lernen Kinder schlecht, "wie man lernt". Das ist unsere Aufgabe als Beziehungspartner und Elternteil und so können wir die Kinder im "Schulkind werden" begleiten.

Dazu gehört auch mal, dass sich Kinder ärgern dürfen und nicht alles auf Anhieb klappt. Es heißt nicht umsonst "Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen." Es geht uns ja heute auch noch so, dass wir manche Tätigkeiten lieber mögen und andere nicht. Das ist völlig normal und macht jedes Individuum aus. Es wäre langweilig, wenn wir alle die gleichen Vorlieben hätten und gleich gut im Lesen oder in Mathematik wären. Oft hilft es den Kindern schon, wenn wir ihnen Verständnis signalisieren und uns die Zeit nehmen, ihnen zu zuhören.


Und nicht vergessen: Spielen=Lernen. Die Spielzeit ist für die Kinder enorm wichtig und bietet wahnsinnig viele Enfaltungs- und Entwicklungsmöglichkeiten. Vor Allem im sozial-emotionalen Bereich machen Kinder die größten Fortschritte im gemeinsamen Tun und Spielen mit anderen Kindern. Hier sind die anderen Kinder mit Sicherheit die besten Lehrer ;) Also neben allen Schul- und Lernaktivitäten tun wir den Kindern am meisten Gutes, wenn sie Zeit zum Spielen haben.


Ich wünsche allen Kindern und Eltern einen schönen Schulstart, viel Zeit zum Spielen und viele positive Lernerfahrungen!

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Lindach erLEBEN, Silvia Volk

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